Prüfungstipps für die DSB-Zertifizierungsprüfung

Lernplan, Themenprioritäten, Verwechslungsgefahren und was du am Prüfungstag beachten musst — zur Vorbereitung auf die Datenschutzbeauftragter-Prüfung bei TÜV oder DEKRA.

Beispiel-Lernplan (8–10 Wochen)

Die DEKRA-Prüfung umfasst laut Anbieter 45 Fragen (40 Multiple-Choice, 5 offene) in 90 Minuten, die Bestehensgrenze liegt bei 60 % der Punkte; für TÜV-Prüfungen legt der Anbieter das Format fest. Der folgende Lernplan über 8–10 Wochen ist ein Beispiel für nebenberufliches Lernen (eigene Empfehlung, kein Anbieterstandard); passe ihn an dein Vorwissen an. Der Schwerpunkt liegt hier auf DSGVO-Grundlagen, Rechtsgrundlagen und Betroffenenrechten.

Woche 1–2
DSGVO Grundlagen
  • Anwendungsbereich, Definitionen
  • 6 Datenschutzprinzipien
  • Räumlicher Anwendungsbereich
Woche 3
Rechtsgrundlagen Art. 6 & 9
  • Erlaubnistatbestände Art. 6
  • Besondere Kategorien Art. 9
  • Einwilligung
Woche 4
Betroffenenrechte
  • Art. 12–22 DSGVO
  • Fristen & Pflichten
  • Ausnahmen & Einschränkungen
Woche 5
Pflichten & Auftragsverarbeitung
  • Verantwortlicher vs. Auftragsverarbeiter
  • AVV nach Art. 28
  • Verarbeitungsverzeichnis
Woche 6
TOMs & DSFA
  • Art. 32 DSGVO
  • Stand der Technik
  • Datenschutz-Folgenabschätzung
Woche 7
Meldepflichten & BDSG
  • Art. 33–34 Datenpannen
  • BDSG nationale Regelungen
  • 72-Stunden-Frist
Woche 8
Spezialfälle & Aufsicht
  • HR, Marketing, CCTV
  • Bußgelder & Sanktionen
  • Aufsichtsbehörden
Woche 9–10
Prüfungssimulation
  • 40 MC-Fragen unter Zeitdruck
  • Schwachstellen identifizieren
  • Wiederholung der Fehlerkapitel

Themenprioritäten: Worauf konzentrieren?

Priorität 1: DSGVO Grundlagen & Rechtsgrundlagen (Kapitel 1–2)

Die 6 Datenschutzprinzipien (Art. 5), die Erlaubnistatbestände nach Art. 6 und die besonderen Kategorien nach Art. 9 sind die Grundlage für die weiteren Kapitel. Besonders: Einwilligung, berechtigtes Interesse und Vertragserfüllung als Rechtsgrundlagen.

Priorität 2: Betroffenenrechte Art. 12–22 (Kapitel 3)

Auskunftsrecht (Art. 15), Löschrecht (Art. 17), Recht auf Einschränkung (Art. 18), Datenportabilität (Art. 20) und Widerspruchsrecht (Art. 21) bilden den Kern der Betroffenenrechte. Fristen (1 Monat, verlängerbar auf 3 Monate) unbedingt kennen.

Priorität 3: Pflichten des Verantwortlichen & TOMs (Kapitel 4–5)

Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30), Auftragsverarbeitung (Art. 28), Privacy by Design/Default (Art. 25) und technisch-organisatorische Maßnahmen (Art. 32) sind Kernthemen. Die Abgrenzung Verantwortlicher/Auftragsverarbeiter/gemeinsam Verantwortliche ist ein wichtiges Thema.

Verwechslungsgefahren beim Lernen

  • Rechtsgrundlagen verwechselt — Einwilligung ist NICHT die einzige Rechtsgrundlage; Art. 6 Abs. 1 lit. b–f kennen und voneinander abgrenzen können
  • Fristen bei Betroffenenrechten falsch — Grundsatz 1 Monat, Verlängerung auf 3 Monate nur bei Komplexität mit Begründung
  • Art. 33 und Art. 34 verwechselt — Art. 33 = Meldung an Aufsichtsbehörde (72h), Art. 34 = Benachrichtigung betroffener Personen (bei hohem Risiko)
  • DSFA-Pflicht falsch eingeschätzt — wann ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 zwingend? Blacklist-Kriterien kennen
  • Bußgeldrahmen verwechselt — Art. 83 Abs. 4 (10 Mio. / 2%) vs. Art. 83 Abs. 5 (20 Mio. / 4%) für welche Verstöße?
  • DSB-Bestellungspflicht nach § 38 BDSG falsch — Schwellenwert: 20 Personen, die ständig mit personenbezogener Datenverarbeitung befasst sind

Tipps für die Multiple-Choice-Prüfung

Bei 40 MC-Fragen in 90 Minuten (Zeitlimit der Prüfungssimulation im Trainer) bleiben rechnerisch gut 2 Minuten pro Frage (90 ÷ 40 = 2,25). Strukturiertes Vorgehen hilft:

  • Gesetzestextkenntnis: DSGVO- und BDSG-Artikel gut kennen — die Zuordnung von Artikelnummern hilft bei MC-Fragen
  • Ausschlussprinzip: Bei unsicheren Fragen falsche Antworten ausschließen — so bleiben weniger Optionen übrig
  • Negativ-Fragen beachten: „Welche Aussage ist NICHT korrekt?" — sorgfältig lesen, bei solchen Fragen passieren leicht Flüchtigkeitsfehler
  • Zeitmanagement: Schwierige Fragen markieren und am Ende zurückkehren — nicht zu lange bei einer Frage verweilen
  • Praxisfälle üben: Übe mit konkreten Situationen, nicht nur mit Definitionen

Tipps zur inhaltlichen Vorbereitung

Zur inhaltlichen Vorbereitung helfen Wissen und Anwendung gleichermaßen:

  • Gesetzestexte lesen: DSGVO und BDSG direkt lesen — nicht nur Zusammenfassungen. Eur-Lex bietet die aktuelle konsolidierte DSGVO kostenlos
  • Praxisfälle lösen: Szenarien aus der Praxis durchdenken: „Darf das Unternehmen X die Daten für Zweck Y nutzen?"
  • Abgrenzungen lernen: Verantwortlicher vs. Auftragsverarbeiter, Art. 33 vs. Art. 34, DSGVO vs. BDSG
  • Struktur der DSGVO kennen: Kapitel I–XI der DSGVO und ihre logische Abfolge verinnerlichen
  • Erwägungsgründe nutzen: Die Erwägungsgründe zur DSGVO erklären den Gesetzeszweck und helfen bei der Auslegung
Lerntipp: Kombiniere Quiz-Übungen mit direktem Gesetzestextstudium. Wer die Systematik der DSGVO versteht, kann auch unbekannte Fragen durch logisches Ableiten angehen. Auf DSGVO-Quiz kannst du 30 Fragen kostenlos testen; die Prüfungssimulation mit 40 MC-Fragen gehört zu den Tarifen Pro und Premium (im kostenlosen Test umfasst sie höchstens 30 Fragen).

Weiterführende Seiten

Jetzt mit der DSB-Prüfungsvorbereitung starten

Übungsfragen zu den 10 Kapiteln, Prüfungssimulation (40 MC-Fragen) und KI-Erklärungen — 30 Fragen kostenlos testen, direkt im Browser.

Kostenlos registrieren